Von der Forschung in die Praxis: SWEET EDGE an der Powertage 2026
Ein Gespräch auf der Bühne. Hunderte weitere auf der Ausstellungsfläche.
So präsentierte sich das SWEET EDGE-Team an der Powertage 2026, der führenden Fachveranstaltung der Schweizer Strombranche. Forschende tauschten sich dort mit Energieversorgern, Gemeinden, politischen Entscheidungsträgern und Vertreterinnen und Vertretern der Industrie über die Zukunft der Schweizer Energiewende aus.
Während der gesamten Veranstaltung zeigten die Forschenden von SWEET EDGE, wie wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse praktische Entscheidungen unterstützen können, von der kommunalen Energieplanung bis hin zur gesellschaftlichen Akzeptanz erneuerbarer Energieprojekte.
Wissenschaftliche Erkenntnisse in die energiepolitische Debatte einbringen
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Teilnahme von Prof. Isabelle Stadelmann-Steffen (Universität Bern) an der Podiumsdiskussion „Die Energiezukunft gemeinsam gestalten: Erfolgsfaktoren aus der Praxis“.
Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Schweizer Energiewende. Aufbauend auf den Forschungsergebnissen von SWEET EDGE erläuterte Isabelle die gesellschaftlichen und politischen Dimensionen des Ausbaus erneuerbarer Energien, insbesondere die Bedeutung von Partizipation, Vertrauen und lokaler Akzeptanz bei der Umsetzung von Energieprojekten.
Sie machte zudem auf eine zentrale Herausforderung aufmerksam: Erneuerbare Energien geniessen in der Schweiz zwar grundsätzlich eine hohe Zustimmung. Sobald jedoch konkrete Projekte umgesetzt werden sollen und Zielkonflikte mit anderen Interessen sichtbar werden, nimmt diese Akzeptanz häufig ab. Deshalb plädierte sie dafür, das öffentliche Interesse stärker in den Mittelpunkt zu stellen und dieses gegenüber lokalen oder individuellen Einzelinteressen angemessen zu gewichten.
Ihr Beitrag verdeutlichte, wie sozialwissenschaftliche Forschung technologische Innovation ergänzt und dazu beiträgt, die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Energiewende besser zu verstehen.
Im direkten Austausch mit der Praxis
Neben den Fachvorträgen vertraten David Joss (Universität Bern) und Philipp Schütz (Hochschule Luzern) SWEET EDGE in der Networking Zone, wo sie sich mit Fachpersonen aus der gesamten Schweizer Energiebranche austauschten.
Der Messestand entwickelte sich zu einem Treffpunkt für Gemeinden, Energieversorger, Beratungsunternehmen und Forschende, die nach praxisnahen Lösungen zur Beschleunigung der Energiewende suchten. Die zahlreichen Gespräche boten wertvolle Gelegenheiten, Erfahrungen auszutauschen, Fragen zu beantworten und die Herausforderungen der praktischen Umsetzung besser zu verstehen.
Unterstützung für Gemeinden mit dem Recommender Tool
Ein besonderer Anziehungspunkt am SWEET EDGE-Stand war das von Philipp Schütz präsentierte EDGE Recommender Tool.
Der im Rahmen von SWEET EDGE entwickelte Prototyp unterstützt Gemeinden bei ihrer Energieplanung, indem er öffentlich verfügbare Daten mit einer fortschrittlichen Energiesystemmodellierung kombiniert. Das Tool ermöglicht es, energiebezogene Informationen einer Gemeinde zu analysieren, interaktive Karten zu nutzen, Zukunftsszenarien zu berechnen und Wege zur Erreichung kommunaler Klima- und Energieziele zu identifizieren.
Das Recommender Tool stiess bei den Besucherinnen und Besuchern auf grosses Interesse, insbesondere bei jenen, die nach datenbasierten und praxisorientierten Lösungen für die kommunale Energieplanung und Dekarbonisierung suchten.
Forschung mit Wirkung über das Projekt hinaus
Die Sichtbarkeit von SWEET EDGE beschränkte sich nicht auf den eigenen Stand.
Während einer weiteren Powertage-Veranstaltung zum Thema alpine Photovoltaik hob Prof. Regina Betz (ZHAW) die hohe Qualität der SWEET EDGE-Forschung im Bereich der alpinen Photovoltaik hervor und würdigte die Arbeit des von Prof. Michael Lehning geleiteten Konsortiums. Diese Anerkennung unterstreicht die wachsende Bedeutung der Forschungsergebnisse von SWEET EDGE innerhalb der Schweizer Energieforschung.
Die Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis stärken
Veranstaltungen wie die Powertage leisten einen wichtigen Beitrag zur Mission von SWEET EDGE: wissenschaftliche Erkenntnisse dorthin zu bringen, wo heute die Entscheidungen für die Energiewende getroffen werden.
Durch die Verbindung von wissenschaftlichen Vorträgen, praxisnahen Demonstrationen und dem direkten Austausch mit relevanten Akteurinnen und Akteuren entstanden neue Möglichkeiten, Forschung in konkrete Anwendungen zu überführen und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand weiter zu stärken.
Während die Schweiz ihre Energiewende weiter vorantreibt, bleiben solche Dialoge ein entscheidender Baustein, um sicherzustellen, dass innovative Forschung den Weg in die Praxis findet und fundierte Entscheidungen unterstützt.